Sinfoniekonzert Sommer 2026

Das Orchester lädt Sie herzlich zu einem Konzertabend ein, der Überraschendes mit Vertrautem vereint – und dabei die ganze Strahlkraft der klassischen Epoche zum Leuchten bringt.

Programm:

Henri-Joseph Rigel        Sinfonie Nr.4 c-moll

Camille Saint-Saens      Cellokonzert Nr. 1 a-moll op.33

Joseph Haydn                Sinfonie Nr. 104 D-Dur

Dirigrent: Manfred Baumgärtner

Solistin: Alexandra Kahrer

Das Programm steht unter französischem Einfluss, denn sowohl Rigel als auch Haydn prägten die Pariser Musikszene des späten 18. Jahrhunderts.

Mit der Sinfonie Nr. 4 c-Moll von Henri-Joseph Rigel, stellen wir Ihnen ein selten gespieltes Werk von eindringlicher Energie und überraschender Ausdruckstiefe vor. Der aus Wertheim am Main stammende und in Paris wirkende Komponist gehört zu den zu Unrecht vergessenen Meistern des späten 18. Jahrhunderts. Seine vierte Sinfonie besticht durch dramatische Energie, kühne Harmonik und eine orchestrale Dichte, die den Vergleich mit seinen berühmteren Zeitgenossen nicht zu scheuen braucht. Eine Wiederentdeckung, die begeistern wird.

Im Zentrum des Abends steht das Cellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33 von Camille Saint-Saëns. Dieses Meisterwerk zählt zu den bedeutendsten Konzerten der Celloliteratur und besticht durch seine ungewöhnliche Form, virtuose Brillanz und lyrische Intensität. Komponiert wurde es für den französischen Cellisten Auguste Tolbecque, der das Werk 1873 in Paris uraufführte. Schon bald entwickelte sich das Konzert zu einem festen Bestandteil des internationalen Konzertrepertoires. In einem einzigen, kunstvoll gegliederten Satz entfaltet Saint-Saëns eine Klangwelt von mitreißender Leidenschaft und lyrischer Innigkeit. Das Solocello gespielt von Alexandra Kahrer singt, klagt und jubiliert – begleitet von einem Orchester, welches die Impulse aufnimmt und weiterträgt.

Den Abschluss bildet die berühmte Sinfonie Nr. 104 D-Dur von Joseph Haydn, auch bekannt als „Londoner Sinfonie“ – seine letzte und vielleicht reifste Sinfonie. Mit ihrer festlichen Größe, ihrem Witz und ihrer strukturellen Perfektion ist sie ein Höhepunkt der klassischen Sinfonik und ein würdiger Ausklang des Konzertabends.

So spannt das Konzert einen Bogen von einem vergessenen Pariser Meister über den Wiener Klassiker, dessen Ruhm die Seine überquerte, bis hin zum großen Sohn der französischen Hauptstadt selbst – drei Komponisten, eine Stadt, eine Epoche.


Die Solistin – Alexandra Kahrer (Violoncello)

Alexandra Kahrer zählt zu den herausragenden Cellistinnen ihrer Generation. Ihr Spiel zeichnet sich durch technische Souveränität, klangliche Tiefe und eine außergewöhnliche musikalische Sensibilität aus. Sie konzertiert regelmäßig als Solistin mit renommierten Orchestern und begeistert ihr Publikum mit Interpretationen, die gleichermaßen durch Leidenschaft und Präzision überzeugen. Besonders im romantischen Repertoire entfaltet sie eine intensive Ausdruckskraft, die das Publikum unmittelbar berührt.

Die gebürtige Österreicherin arbeitete bereits mit Orchestern wie dem Prague Symphony Orchestra, den Jenaer Philharmonikern und der Kremerata Baltica zusammen und gewann zahlreiche Preise bei internationalen Musikwettbewerben. Dazu zählen unter anderem der 1. Preis beim Grunewald International Music Competition in Berlin (2024) sowie der 3. Preis und Publikumspreis beim Prague Spring International Music Competition (2025). Weitere Informationen zur Solistin finden Sie hier auf ihrer Website.


Der Dirigent – Manfred Baumgärtner

Am Dirigentenpult steht Manfred Baumgärtner, der sich durch seine klare musikalische Vision und seine inspirierende Probenarbeit auszeichnet. Mit einem feinen Gespür für stilistische Differenzierung führt er unser Orchester durch die unterschiedlichen Klangwelten des Programms. Sein Dirigat verbindet strukturelle Klarheit mit emotionaler Tiefe. Er schafft so ein intensives Konzerterlebnis für das Publikum als auch für das Orchester.

Manfred Baumgärtner absolvierte zunächst ein Fagottstudium in Mannheim und Berlin und ist seit 2007 Solofagottist der Jenaer Philharmonie. Er war vielfacher Preisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert, zudem Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler des Deutschen Musikrats und Stipendiat des Bundespräsidenten im Rahmen des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Wettbewerbs. Viele Jahre unterrichtete er als Lehrbeauftragter an der Universität der Künste Berlin. Regelmäßige Gastengagements führen ihn als Solofagottist an die Bayerische Staatsoper München, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, zum Radio-Sinfonieorchester Kopenhagen (Dänischer Rundfunk), zum Rotterdams Philharmonisch Orkest u.a.. 

Aufbauend auf einem Dirigierstudium bei Prof. Nicolás Pasquet an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar tritt Manfred Baumgärtner seit einigen Jahren vermehrt auch als Dirigent in Erscheinung. In diese Zeit fallen Begegnungen mit der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach und dem Sinfonieorchester Carl Zeiss Jena. Mit dem Akademischen Orchester Leipzig debütierte er Anfang 2026 im Gewandhaus zu Leipzig. Manfred Baumgärtner ist außerdem künstlerischer Leiter des Blasorchesters Schott Jena. 

Foto © Christoph Staemmler